Gregor Gysi, wie ihn viele schätzen und andere fürchten (oder hassen): bissig, unbequem, provokant – ein linker Demokrat mit der für ganz verschiedene Fraktionen lästigen Angewohnheit, gegen den Strom des Zeitgeistes zu schwimmen.
Mit dem Kapitel "Wie ich in die Berliner Landesregierung geriet" beginnt das neue Buch von Gregor Gysi, in dem er laut Verlag mit viel Ironie und zuweilen grimmigem Humor den Wahlkampf in der Hauptstadt und die turbulenten Monate als Bürgermeister und Senator bis zu seinem Rücktritt schildert.
Was unternimmt ein linksdemokratischer Wirtschaftssenator in einer bankrotten Stadt? Wer die Kapitel über diese Zeit liest, bekommt plastisch vor Augen geführt, wie das tägliche Leben eines engagierten Akteurs im politischen Gerangel aussieht.
Aber dies ist weit mehr als eine persönliche Bilanz. Es ist auch und vor allem ein Buch, in dem es um die Entwicklung und Zukunft Deutschlands geht – und natürlich um die PDS ("sie hat ihre Erotik verloren") und die Chancen eines demokratischen Sozialismus, dessen wichtigstes Ziel die Chancengleichheit ist. Gysi befasst sich mit Voraussetzungen des Friedens ebenso wie mit der Absurdität des Krieges. Er schreibt über die Macht der Medien und zeigt Perspektiven auf, die Wirtschaft anzukurbeln, ohne die soziale Gerechtigkeit zu opfern.
Ein kritisches, ein provozierendes, ein ehrliches Buch, in dem ein Demokrat aus Leidenschaft den Leser und sich selbst immer wieder vor die Frage stellt: Was nun?
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